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Pflegeversicherung-Rechner 2026

Von  ·  Aktualisiert Juni 2026

Was zahle ich in die Pflegeversicherung und was bekomme ich im Pflegefall? Einkommen eingeben — Beitrag, Pflegeleistungen und Versorgungslücke sofort.

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So funktioniert es
  1. Kinderlosenaufschlag 2026 — Kinderlose zahlen seit 2023 einen erhöhten Beitrag: 4,0 % statt 3,4 % (mit einem Kind). Pro weiteres Kind unter 25 Jahren: weitere Entlastung von 0,25 %. Maximal ab 5 Kindern: 2,40 %. Die Differenz zwischen kinderlos (4,0 %) und 5 Kinder (2,40 %) beträgt 1,6 Prozentpunkte — bei 4.000 € Brutto: 64 €/Monat Unterschied.
  2. Pflegelücke verstehen — Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der tatsächlichen Pflegekosten ab. Vollstationäre Pflege kostet 2026 durchschnittlich 4.200 €/Monat. Die PV zahlt bei Pflegegrad 4 ca. 1.775 €/Monat stationär. Die Lücke: 2.425 €/Monat müssen aus eigenen Mitteln, Angehörigen oder Sozialhilfe gezahlt werden.
  3. Pflegegrad bestimmt die Leistung — Pflegegrade 1–5 bestimmen den Leistungsumfang der PV. Je höher der Pflegegrad, desto mehr Unterstützung — auch finanziell. Pflegebedürftigkeit wird vom Medizinischen Dienst (MD) begutachtet. Ein Widerspruch lohnt sich oft: Ca. 50 % der Widersprüche führen zu einer Höherstufung.

Pflegeleistungen nach Pflegegrad 2026 (§§ 36–45 SGB XI)

PflegegradPflegegeld ambulantSachleistung ambulantStationär
Pflegegrad 1 (gering)125 €/Mon. (Entlastung)
Pflegegrad 2 (erheblich)332 €761 €770 €/Mon.
Pflegegrad 3 (schwer)572 €1.432 €1.262 €/Mon.
Pflegegrad 4 (sehr schwer)764 €1.778 €1.775 €/Mon.
Pflegegrad 5 (schwerst)946 €2.200 €2.005 €/Mon.

Pflegegeld ambulant: Geldleistung wenn Angehörige pflegen. Sachleistung ambulant: professioneller Pflegedienst zu Hause. Stationär: Zuschuss zu Heimkosten. Quelle: § 36–43 SGB XI 2026.

Pflegelücke 2026 — was bleibt beim Eigenanteil?

PflegegradHeimkosten Ø/Mon.PV-LeistungEigenanteil
Pflegegrad 2~3.500 €770 €~2.730 €
Pflegegrad 3~3.800 €1.262 €~2.538 €
Pflegegrad 4~4.200 €1.775 €~2.425 €
Pflegegrad 5~4.500 €2.005 €~2.495 €

Heimkosten: Ø Deutschland 2026 inkl. Unterkunft, Verpflegung, einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE) und Investitionskosten. Quelle: Bundesministerium für Gesundheit, AOK-Pflegereport 2026. Regional stark unterschiedlich (von 2.800 € in Sachsen bis 5.200 € in Bayern).

Die Pflegelücke: Deutschlands unterschätztes Altersrisiko

Die gesetzliche Pflegeversicherung wurde 1995 bewusst als "Teilkaskoversicherung" eingeführt — sie deckt nur einen Teil der Pflegekosten ab. Der Rest liegt beim Pflegebedürftigen selbst. Das bedeutet: Wer bei stationärer Pflege monatlich 2.400–2.800 € Eigenanteil zahlen muss, verbraucht ein typisches Rentenvermögen innerhalb weniger Jahre vollständig. Nach dem Vermögensverbrauch tritt Sozialhilfe (§ 65 SGB XII "Hilfe zur Pflege") ein — und der Staat kann auf Kinder (Unterhaltspflicht bis 100.000 €/Jahr Jahreseinkommen) zurückgreifen.

Drei Wege zur Absicherung: (1) Private Pflegezusatzversicherung (Pflege-Tagegeld oder Pflegekostenversicherung) — am günstigsten je früher abgeschlossen. Mit 40 Jahren oft unter 50 €/Monat für 1.500 €/Tag Tagegeld. (2) Eigenkapital aufbauen (Immobilie, ETF-Portfolio) — selbst für Pflegekosten vorsorgen. (3) Familiäre Pflege — spart Pflegekosten, belastet aber Angehörige erheblich. Kombination aus allen drei ist sinnvoll.

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Häufige Fragen zur Pflegeversicherung

Wer zahlt den Kinderlosenaufschlag?

Seit dem 1. Juli 2023 zahlen Kinderlose einen Beitragszuschlag von 0,6 Prozentpunkten auf den allgemeinen Beitragssatz. Eltern mit einem Kind zahlen den Normalbeitrag. Ab dem zweiten Kind bis zum 25. Lebensjahr des Kindes: Entlastung von je 0,25 % pro Kind (bis maximal 5 Kinder). Maßgeblich ist die Anzahl der leiblichen oder adoptierten Kinder — Stief- und Pflegekinder zählen grundsätzlich nicht. Der Nachweis erfolgt gegenüber der Krankenkasse (Geburtsurkunden vorlegen).

Was ist der Unterschied zwischen Pflegegeld und Pflegesachleistung?

Pflegegeld (§ 37 SGB XI) erhalten Pflegebedürftige, die zuhause von Angehörigen oder ehrenamtlichen Pflegepersonen gepflegt werden. Das Geld können sie frei verwenden. Pflegesachleistung (§ 36 SGB XI) ist der Anspruch auf professionelle Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst. Die Sachleistung ist deutlich höher als das Pflegegeld. Kombinationsleistung: Pflegegeld und Sachleistung können kombiniert werden (§ 38 SGB XI), die Summe der anteiligen Ansprüche darf 100 % nicht übersteigen.

Wie wird der Pflegegrad festgestellt?

Der Pflegegrad wird durch ein Gutachten des Medizinischen Dienstes (MD) oder Medicproof (bei PKV) ermittelt. Antrag bei der Pflegekasse (Krankenkasse). Begutachtung: Hausbesuch, Bewertung in 6 Bereichen (Mobilität, kognitive Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Selbstversorgung, Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen, Gestaltung des Alltags). Ergebnis: Pflegegrad 1–5. Wichtig: Zu einem Gutachten immer einen Angehörigen oder Bevollmächtigten hinzuziehen, alle Einschränkungen ansprechen, ggf. Pflegetagebuch vorlegen.

Wann lohnt sich ein Widerspruch gegen den Pflegegrad?

Statistiken zeigen: Etwa 50 % der Widersprüche gegen Pflegegutachten führen zu einer Höherstufung oder Verbesserung. Widerspruch ist kostenlos und muss innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids eingelegt werden (§ 83 SGG). Sinnvoll wenn: die tatsächliche Pflegebelastung unterschätzt erscheint, zwischenzeitliche Verschlechterungen nicht berücksichtigt wurden, der Gutachter keine ausreichende Zeit hatte. Pflegeberatung (kostenfrei bei allen Pflegekassen) hilft bei der Vorbereitung.

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Aktualisiert Juni 2026 · Zur Methodik
PV-Beitragssätze 2026: § 55 SGB XI. Kinderzahl-Entlastung nach KiPflEG. BBG PV identisch mit KV: 5.812,50 €/Mon. Pflegekosten: Durchschnittswerte 2026, stark regional unterschiedlich.