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Lauf-Rechner — Pace, Tempo und Zielzeit

Von  ·  Aktualisiert Juni 2026

Was ist meine Pace und wie schnell schaffe ich den Marathon? Distanz und Zeit eingeben — Pace, Geschwindigkeit und Zielzeitprognose für alle Distanzen sofort.

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So funktioniert es
  1. Pace vs. Geschwindigkeit — Die Pace (min/km) ist die für Läufer gebräuchlichste Maßeinheit — sie sagt, wie viele Minuten Sie pro Kilometer benötigen. Eine Pace von 5:30 min/km entspricht 10,9 km/h. Die Pace zeigt sofort ob eine aktuelle Einheit zu schnell oder zu langsam ist. Die meisten Laufuhren und -apps zeigen standardmäßig Pace an.
  2. Riegel-Formel für Wettkampfprognosen — Die Riegel-Formel (Peter Riegel, 1977) ist die am weitesten verbreitete Methode zur Prognose von Wettkampfzeiten: T2 = T1 × (D2/D1)^1,06. Sie berücksichtigt, dass Menschen auf längeren Distanzen proportional langsamer werden. Die Formel ist für Distanzen von 1,5 km bis 100 km gut kalibriert und von der Leichtathletik-Gemeinschaft anerkannt.
  3. Trainingszonen richtig einordnen — Nicht jeder Lauf sollte in derselben Intensität absolviert werden. Ausdauertraining: 70–75 % HFmax (Pace: angenehm, Gespräch möglich). Grundlagenausdauer: 75–80 % HFmax. Schwellentraining: 85–90 % HFmax (Pace: anstrengend, kaum Gespräch). Das "80/20-Prinzip" der Trainingstheorie empfiehlt: 80 % locker, 20 % intensiv — für optimalen Fortschritt.

Pace-Referenztabelle — Zielzeiten für alle wichtigen Distanzen

Pace (min/km)5 km10 kmHalbmarathon
3:0015:0030:001:03:14
3:3017:3035:001:13:51
4:0020:0040:001:24:26
4:3022:3045:001:35:02
5:0025:0050:001:45:38
5:3027:3055:001:56:14
6:0030:001:00:002:06:50
6:3032:301:05:002:17:25
7:0035:001:10:002:28:01
8:0040:001:20:002:49:13

Prognosen nach Riegel-Formel (T2 = T1 × (D2/D1)^1,06) basierend auf konstanter Pace. Halbmarathon = 21,0975 km, Marathon = 42,195 km. In der Realität: Marathonzeiten liegen typischerweise 10–20 % über der hochgerechneten 10-km-Zeit. Quelle: Peter Riegel, American Scientist 1977.

Leistungsklassen Männer und Frauen — DLV-Orientierung 2026

Niveau10 km (Männer)10 km (Frauen)Marathon (Männer)
Anfänger> 60 min> 70 min> 5:00 h
Einsteiger55–60 min65–70 min4:30–5:00 h
Freizeitläufer50–55 min58–65 min4:00–4:30 h
Fortgeschrittener42–50 min48–58 min3:30–4:00 h
Leistungsläufer35–42 min40–48 min3:00–3:30 h
Elite (Amateure)< 35 min< 40 min< 3:00 h

Orientierungswerte für Erwachsene Hobbyläufer. Quelle: DLV-Leistungsklassifikation, Strava Global Year in Sport 2025. Männer-Ø 10 km in Deutschland: ~54 min. Frauen-Ø: ~62 min. Top-Sportler Deutschland: Männer-Marathon Ø Podium ~2:15 h.

Die Riegel-Formel: Wettkampfprognose auf wissenschaftlicher Basis

Die Riegel-Formel ist das wissenschaftlich fundierteste Werkzeug zur Vorhersage von Laufzeiten auf verschiedenen Distanzen: T2 = T1 × (D2 ÷ D1)^1,06. Der Exponent 1,06 berücksichtigt, dass Menschen auf längeren Distanzen proportional langsamer werden — das Ermüdungsprinzip ist universell. Wer 10 km in 50 Minuten läuft, schafft den Halbmarathon nicht in 105 Minuten (doppelte Zeit), sondern statistisch in ca. 110–115 Minuten.

Grenzen der Formel: Sie gilt für gut trainierte, gleichmäßig bereitete Läufer. Anfänger unterschätzen häufig die Marathonstrecke — hier ist der tatsächliche Zeitanstieg oft größer als die Formel vorhersagt. Außerdem berücksichtigt die Formel keine Faktoren wie Höhenprofil, Temperaturen über 20°C oder Windwiderstand. Für die Trainingsplanung ist die Formel wertvoll — für den Wettkampf als Orientierung zu verstehen, nicht als Garantie.

Das 80/20-Prinzip im Lauftraining

Sportwissenschaftliche Studien zeigen konsistent: Ausdauerläufer die ca. 80 % ihrer Trainingskilometer im niedrigen Intensitätsbereich (unter aerober Schwelle, locker, Pace-Unterhaltung möglich) und nur 20 % im hohen Intensitätsbereich absolvieren, verbessern sich schneller als Läufer die immer "mittelmäßig intensiv" laufen. Das "polarisierte Training" nach Stephen Seiler ist der aktuelle Goldstandard in der Lauftrainingswissenschaft.

Praktisch bedeutet das: 3 Trainingstage/Woche — 2 davon locker (65–75 % HFmax), 1 davon intensiv (Intervalle, Tempodauerlauf). Viele Hobbyläufer machen den Fehler, immer in einem "mittleren grauen Bereich" zu trainieren (75–85 % HFmax) — das ist zu schnell für Regeneration, zu langsam für echten Leistungsanreiz. Ergebnis: Stagnation. Die Lösung: konsequenter wechseln zwischen wirklich locker und wirklich intensiv.

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Häufige Fragen zum Lauf-Rechner

Was ist eine gute Pace für Laufanfänger?

Für Laufanfänger gilt: die beste Pace ist diejenige, bei der man sich noch unterhalten kann — das sogenannte "Talk Test". Typisch für Einsteiger: 7:00–8:30 min/km. Ein häufiger Fehler ist, zu schnell zu starten und nach wenigen Minuten erschöpft zu sein. Die Pace verbessert sich automatisch mit wachsender Fitness. Ziel nach 8–12 Wochen regelmäßigem Training: 6:30–7:00 min/km über 5 km, mit der 5-km-Zeit unter 35 Minuten als populäres Einsteiger-Ziel.

Wie trainiere ich am effektivsten für den ersten Halbmarathon?

Voraussetzung: mindestens 3 Monate regelmäßiges Laufen, 20–25 km/Woche Umfang. Dann 12-Wochen-Plan mit 3–4 Einheiten pro Woche: langer Lauf (wöchentlich 1–2 km länger, bis max. 18–19 km), 2 lockere Mitteldistanzen (8–12 km), optional 1 Tempoeinheit (Intervalle 3–5×1 km, Tempo-Dauerlauf). Die letzten 2 Wochen: Tapering (Umfang reduzieren, Intensität halten). Wettkampf: erste Hälfte 10–15 Sekunden/km langsamer als geplante Ziel-Pace.

Wie viele Kalorien verbrennt man beim Laufen?

Faustformel: ca. 1 kcal pro kg Körpergewicht pro km. Bei 75 kg und 10 km: ~750 kcal. Das ist der Brutto-Verbrauch — der Netto-Mehrverbrauch gegenüber dem Ruhestoffwechsel liegt etwas niedriger (ca. 80 %). Sportuhren überschätzen den Kalorienverbrauch systematisch um 15–25 %. Wichtig: Laufen steigert auch den Nachbrenneffekt und den Grundumsatz — der Gesamteffekt ist größer als der direkte Kalorienverbrauch beim Lauf allein.

Warum ist Pace nicht gleich Geschwindigkeit?

Pace (min/km) und Geschwindigkeit (km/h) sind mathematisch invers zueinander, aber Läufer denken intuitiv in Pace: "Ich laufe heute 5:30er Pace" ist klarer als "Ich laufe 10,9 km/h". Umrechnung: Geschwindigkeit km/h = 60 ÷ Pace in min/km. Pace 5:00 = 12 km/h. Pace 6:00 = 10 km/h. Pace 4:00 = 15 km/h. Auf einer 400-m-Bahn: Pace 5:00 = eine Runde in 2:00 Minuten.

Wann sollte ich eine Pause einlegen statt zu trainieren?

Pausen sind aktiver Teil des Trainings — Superkompensation findet in der Erholungsphase statt, nicht während des Trainings. Pflichtpause: akute Verletzung (Schmerzen beim Laufen), Erkrankung mit Fieber (mind. 3 Tage nach Abklingen warten), anhaltende Erschöpfung (Übertrainingssyndrom). Warnzeichen für Übertraining: Ruhepuls dauerhaft erhöht (+5–10 bpm), schlechte Schlafqualität, Leistungsrückgang trotz Training, Motivationsverlust. Faustregel: nach intensivem Wettkampf 1 Ruhetag pro gelaufener Rennstrecke in Kilometern.

Dieser Rechner gehört zur Kategorie Gesundheit. Dort finden Sie weitere Rechner für Herzfrequenz, Kalorienbedarf, Grundumsatz und BMI.


Aktualisiert Juni 2026 · Zur Methodik
Riegel-Formel: T2 = T1 × (D2/D1)^1,06. Prognosen gelten für gleichmäßig trainierte Läufer. Faktoren wie Höhenprofil, Wetter, Tagesform und Rennstrategie können Ergebnisse erheblich beeinflussen. Kein Ersatz für laufspezifischen Trainingsplan.