Elektroauto-Reichweiten-Rechner 2026: Batterie und Reserve
Berechnen Sie die energiebasierte Reichweite bis zur gewünschten Reserve und prüfen Sie, ob die eingegebene Strecke rechnerisch möglich ist.
Nutzbare Batteriekapazität laut Fahrzeugdaten oder belastbarer Messung. Nicht die größere Bruttokapazität verwenden.
Erwarteter Fahrverbrauch in kWh je 100 km für Temperatur, Geschwindigkeit und Streckenprofil des Szenarios.
Ladestand beim Start in Prozent der nutzbaren Batterie.
Ladestand, der am Ziel nicht unterschritten werden soll.
Geplante Fahrstrecke ohne automatisch ergänzte Umwege oder Rückfahrt.
Angenommener Ladestand nach einem späteren Stopp. Er dient nur zur Berechnung eines Energiepakets, nicht der Ladezeit.
Reichweite, Reserve und Ladebedarf
- Nutzbare Kapazität verwenden — Geben Sie nicht die Brutto-Batteriegröße ein, sondern die nutzbare Energie, sofern der Hersteller beide Werte nennt.
- Verbrauch zum Szenario passend wählen — Nutzen Sie einen eigenen Messwert oder einen plausiblen Fahrzeugwert für Temperatur, Tempo und Strecke. Ein WLTP-Wert ist nur ein standardisierter Vergleichswert.
- Reserve und Ladeziel offenlegen — Der Mindest-Ladebedarf ist eine reine Energiebrücke. Er kennt keine Ladeorte, Umwege, Ladeleistung oder Ladekurve.
Was berechnet der Elektroauto-Reichweiten-Rechner?
Der Elektroauto-Reichweiten-Rechner ermittelt, wie viel Energie zwischen Start-Ladestand und gewünschter Reserve verfügbar ist. Diese Energiemenge wird durch den eingegebenen Fahrverbrauch geteilt. Zusätzlich zeigt der Rechner die theoretische Reichweite bei voller nutzbarer Batterie, den Energiebedarf einer geplanten Strecke und einen einfachen Mindest-Ladebedarf. Das Ergebnis ist eine Energiebilanz und keine Routenplanung: Ladeleistung, Ladekurve, Wetterprognose, Verkehr und verfügbare Säulen werden nicht berechnet.
Es wird bewusst kein pauschaler Winter-, Autobahn- oder Wetterfaktor eingesetzt, weil die Abweichung stark vom Fahrzeug und Einsatzprofil abhängt.
Von nutzbarer Energie zur Reichweite
Batterie, Verbrauch und Reserve
Zwischenergebnisse bleiben ungerundet.
Der Mindest-Ladebedarf ist die auf ganze Ladefenster aufgerundete Energielücke. Er ist keine Aussage über reale Stopps oder Ladezeiten.
Beispiel: 60-kWh-Batterie und 300-km-Fahrt
| Rechenschritt | Beispielwert | Ergebnis |
|---|---|---|
| Volle theoretische Reichweite | 60 kWh ÷ 20 kWh/100 km | 300 km |
| Energie bis 10 % Reserve | 60 kWh × (100 % − 10 %) | 54,0 kWh |
| Reichweite bis Reserve | 54 kWh ÷ 20 kWh/100 km | 270 km |
| Fahrtbilanz | 300 km benötigen 60 kWh | −6,0 kWh Defizit |
| Mindest-Ladebedarf | Ladefenster von 10 % auf 80 % | 1 Energie-Kapazitätsstopp |
Welche Batteriekapazität und welcher Verbrauch passen?
Verwenden Sie die nutzbare, nicht die Brutto-Batteriekapazität. Die Differenz ist der vom Hersteller reservierte Puffer und steht für die Fahrt nicht vollständig zur Verfügung. Hat die Batterie bereits Kapazität verloren, sollte ein belastbarer aktueller Nutzwert eingegeben werden; der Rechner schätzt keinen State of Health. Start-Ladestand und Zielreserve begrenzen das tatsächlich nutzbare Energiefenster. Eine Reserve von zehn Prozent bedeutet daher nicht, dass zehn Prozent der Nennenergie gefahren werden sollen, sondern dass dieser Anteil am Ziel unangetastet bleibt.
Der Verbrauch muss zum geplanten Szenario passen. Ein eigener Messwert lässt sich im Fahrzeug-Verbrauchsrechner herleiten. Netzstrom und Ladeverluste gehören dagegen in den Elektroauto-Ladekosten-Rechner. Für Anschaffung, Wertverlust und weitere Fahrzeugkosten nutzen Sie den TCO-Fahrzeug-Rechner. So bleiben Energiebedarf, Ladekosten und vollständige Eigentumskosten voneinander getrennt.
Warum der Ladehalt nur ein Kapazitätsminimum ist
Für eine Strecke berechnet der Rechner zunächst die benötigte Fahrtenergie und zieht die beim Start bis zur Reserve verfügbare Energie ab. Ein Defizit wird anschließend durch das eingegebene spätere Ladefenster geteilt und auf eine ganze Zahl aufgerundet. Das beantwortet nur, wie viele solcher Energiepakete mindestens nötig wären. Es sagt nicht, ob auf der Route passende Säulen stehen, ob das Fahrzeug dort die angenommene Energiemenge aufnehmen kann oder wie lange ein Stopp dauert.
Wetter, Gegenwind, Geschwindigkeit, Höhenprofil, Verkehr, Reifen und Innenraumklimatisierung können den realen Verbrauch verändern. Auch die Ladeleistung fällt typischerweise mit dem Ladestand und hängt von Batterietemperatur und Säule ab. Planen Sie deshalb eine belastbare Sicherheitsmarge und prüfen Sie die konkrete Route separat. Ein WLTP-Wert bleibt ein standardisierter Vergleichswert; er darf nicht als garantierte Winter-, Autobahn- oder Anhängerreichweite gelesen werden.
Vergleichen Sie Szenarien, indem Sie jeweils nur eine Annahme ändern, etwa Verbrauch, Start-Ladestand oder Reserve. So bleibt nachvollziehbar, wodurch sich die Reichweite verändert. Verwenden Sie möglichst ungerundete Eingaben; die Anzeige rundet das Ergebnis, während intern mit den vollständigen Werten gerechnet wird.
WLTP, Winter und reale Reichweite
WLTP schafft einen standardisierten Vergleich zwischen Fahrzeugen. Reale Reichweite hängt zusätzlich unter anderem von Geschwindigkeit, Temperatur, Wind, Höhenprofil, Reifen, Nebenverbrauchern und Batterietemperatur ab.
Aktuelle ADAC-Tests zeigen stark modellabhängige Abweichungen. Deshalb wird kein universeller Faktor wie „65 Prozent im Winter“ eingesetzt. Gemessener Fahrzeugverbrauch und tatsächliche Ladekosten sollten in getrennten, dafür vorgesehenen Rechenschritten bestimmt werden.
Häufige Fragen zur E-Auto-Reichweite
Soll ich Brutto- oder Nettokapazität eingeben?
Verwenden Sie die nutzbare Netto-Kapazität. Die Bruttokapazität enthält Herstellerpuffer, die nicht vollständig zum Fahren verfügbar sind.
Warum stimmt das Ergebnis nicht immer mit WLTP überein?
WLTP ist ein standardisierter Vergleichswert. Geschwindigkeit, Temperatur, Wind, Höhenprofil, Reifen und Nebenverbraucher können den realen Verbrauch deutlich verändern.
Ist der berechnete Ladestopp eine Routenempfehlung?
Nein. Er zeigt nur, wie viele Energiepakete des eingegebenen Ladefensters mindestens fehlen. Standort, Ladeleistung, Ladekurve und Fahrzeit werden nicht geprüft.
Sind Ladeverluste in der Reichweite enthalten?
Die Reichweite basiert auf batterie-seitigem Fahrverbrauch und nutzbarer Batterie. Bezahlte Netzenergie und Ladeverluste gehören in den Ladekosten-Rechner.
Quellen und Grundlagen
WLTP ist ein standardisiertes Typprüfverfahren und kein bedingungsloses Realreichweitenversprechen.
EU-Verordnung (EU) 2017/1151, konsolidierter RechtsrahmenAktuelle Fahrzeugtests zeigen große modellabhängige Unterschiede bei Verbrauch und Reichweite.
ADAC Elektroauto-Test, 12.06.2026Winter-Autobahnverluste unterscheiden sich deutlich nach Modell; keine universelle Reduktionsquote.
ADAC Winter-Langstreckentest, 22.01.2026Aktueller Verbraucher-Kontext zu Reichweite und Einflussgrößen.
ADAC Reichweitenkontext, geprüft 19.07.2026