Heizungsvergleich-Rechner 2026
Welche Heizung ist für mein Haus am günstigsten? Heizenergiebedarf und Gebäudetyp eingeben — vollständige Matrix aller Heizungsarten mit Kosten und CO₂ sofort.
Ihr Heizungsvergleich
- Jahresheizenergiebedarf ermitteln — Den Wert finden Sie in der Heizkostenabrechnung: Verbrauch in kWh oder m³ Gas (1 m³ Erdgas ≈ 10 kWh) × Heizwert. Alternativ: Energieausweis des Gebäudes (Endenergiebedarf in kWh/(m²·a) × Wohnfläche). Oder: Schornsteinfegerprotokoll mit Jahresgasverbrauch. Typische Werte: Gut gedämmtes EFH 120 m²: 8.000–12.000 kWh/Jahr. Unsanierter Altbau 120 m²: 20.000–35.000 kWh/Jahr.
- JAZ der Wärmepumpe realistisch einschätzen — Die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe hängt stark von der Gebäudedämmung ab: Gut gedämmt (Fußbodenheizung, Vorlauf 35°C): JAZ 3,8–4,5. Teilsaniert (Heizkörper, Vorlauf 50°C): JAZ 2,8–3,5. Unsaniert (Vorlauf 65°C): JAZ 2,0–2,8. Unter JAZ 2,5 ist Gas-Brennwert preislich günstiger (bei 37 ct Strom vs. 9,5 ct Gas).
- Investitionskosten in Gesamtrechnung einbeziehen — Betriebskosten allein entscheiden nicht — die Investitionskosten pro Jahr (Annuität) müssen dazugerechnet werden. Gasheizung: 8.000–14.000 € Investition, Lebensdauer 20 Jahre = ca. 500–700 €/Jahr Kapitalkosten. Wärmepumpe: 15.000–25.000 € nach BEG-Förderung, 20 Jahre = 750–1.250 €/Jahr. Pellets: 18.000–28.000 €, 20 Jahre = 900–1.400 €/Jahr.
Vollständige Heizungsarten-Matrix 2026 — Jahreskosten, CO₂, Investition
| Heizungsart | Jahreskosten (15 MWh) | CO₂/Jahr | Investition |
|---|---|---|---|
| Gas-Brennwert | ~1.425–1.650 € | ~3.015 kg CO₂ | 8.000–14.000 € |
| Heizöl (leicht) | ~1.800–2.250 € | ~3.990 kg CO₂ | 8.000–15.000 € |
| Wärmepumpe (JAZ 3,5) | ~1.586 € | ~1.629 kg CO₂ | 15.000–25.000 € (nach BEG) |
| Wärmepumpe (JAZ 4,0) | ~1.388 € | ~1.425 kg CO₂ | 15.000–25.000 € (nach BEG) |
| Pelletheizung | ~975 € | ~375 kg CO₂ | 18.000–28.000 € |
| Fernwärme (Ø D) | ~1.350–1.950 € | stark regional | 0 € (Anschluss: 3.000–8.000 €) |
| Elektro-Direktheizung | ~5.550 € | ~5.700 kg CO₂ | 2.000–5.000 € (günstigste Invest.) |
| BHKW (Mikro-KWK) | ~800–1.200 € | ~1.500 kg CO₂ | 15.000–30.000 € |
| Solarthermie + Gas | ~1.000–1.350 € | ~2.010 kg CO₂ | 12.000–22.000 € |
| Fernwärme Ökostrom | ~1.200–1.600 € | < 100 kg CO₂ | Anschlussgebühr |
Basis: 15.000 kWh Heizenergiebedarf/Jahr (EFH 120 m², mittlerer Zustand). Gas: Ø 9,5 ct/kWh, η = 98 %. Öl: Ø 12 ct/kWh, η = 95 %. WP: 37 ct Strom, JAZ 3,5 bzw. 4,0. Pellets: 6,5 ct/kWh. Strom-Direktheizung: 37 ct, η = 100 %. CO₂-Faktoren: UBA 2025. Wärmepumpe-Investition nach BEG-Förderung (30–55 %). Quelle: BDEW, BWP, BAFA 2026.
Welche Heizung für welches Gebäude? — Entscheidungshilfe
| Gebäudetyp | Empfohlene Heizung | Nicht geeignet | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Neubau (EH 40/55) | Wärmepumpe (Pflicht GEG) | Gas-Neuanschluss | Fußbodenheizung ideal für WP |
| Gut gedämmter Altbau | Wärmepumpe oder Pellets | Elektro-Direkt | JAZ > 3,5 erreichbar |
| Teilsanierter Altbau | Pellets oder WP (mit HK-Tausch) | Elektro-Direkt | HK-Größe prüfen |
| Unsanierter Altbau | Pellets oder Fernwärme | Wärmepumpe (JAZ zu niedrig) | Erst dämmen, dann Heizung |
| Stadtlage mit Fernwärme | Fernwärme (Öko-Variante) | BHKW | Einfachste Lösung |
| Ländlich, kein Gasnetz | Pellets oder WP | Gas-Neuanschluss | Öl: Auslaufmodell |
| Denkmalschutz | Solarthermie + Pellets | WP (Vorlauf zu hoch) | Planung mit Energieberater |
GEG 2024: Neuanschlüsse an Gas- und Ölheizung stark eingeschränkt. Ab 2028: neue Heizungen müssen zu 65 % auf Erneuerbaren basieren. Bestehende Gasheizungen dürfen bis Ende ihrer Lebensdauer weiterbetrieben werden — kein Zwangsaustausch. Quelle: GEG 2024, BMWSB Heizungsratgeber.
Das GEG 2024 und die 65-%-Regelung — was gilt wirklich?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in der Fassung 2024 schreibt vor: Neue Heizungsanlagen müssen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Gilt für Neueinbau, nicht für Reparaturen oder Austausch einer defekten Heizung (Übergangsregelungen bis 2028 gelten). Bestehende Gas- und Ölheizungen dürfen weiterlaufen solange sie funktionieren — kein Zwangsaustausch. Bei Heizungsausfall: 3 Jahre Übergangsfrist für die Umrüstung.
Erlaubte Systeme nach GEG 2024: Wärmepumpe, Pellet- oder Hackschnitzelheizung, Solarthermie (als Hybridlösung), Fernwärme (wenn überwiegend erneuerbar oder Abwärme), Wasserstoff-ready Heizungen (zukunftssicher), Wärmenetze. Gasheizungen nur noch als Hybrid (65 % Solar oder WP) erlaubt. Öl-Neuanlagen: faktisches Verbot in Neubauten und bei Netzanschluss-Option.
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Häufige Fragen zum Heizungsvergleich
Muss ich meine alte Gasheizung sofort austauschen?
Nein. Das GEG 2024 schreibt keinen Zwangsaustausch funktionierende Heizungen vor. Bestehende Gas- und Ölheizungen dürfen bis zum natürlichen Lebensende (typisch 15–20 Jahre) weiterbetrieben werden. Erst wenn die Heizung kaputt geht oder Sie sie freiwillig tauschen, greift die 65-%-Regelung. Ausnahme: Öl- und Kohleheizungen über 30 Jahre alt müssen in Gebäuden mit mehr als 2 Wohnungen ausgetauscht werden (§ 72 GEG), sofern der Eigentümer nicht selbst darin wohnt.
Was kostet Fernwärme und lohnt sie sich?
Fernwärmepreise variieren stark je nach Anbieter und Region: 8–15 ct/kWh ist die typische Spanne 2026. Vorteil: kein Platz für Heizanlage nötig, kein Wartungsaufwand, kein Schornstein. Nachteil: Monopol des Versorgers (keine Anbieterwahl), oft hohe Grundgebühren, schwankende Preisgestaltung. Tipp: bei Abschluss langen Vertrag (10–20 Jahre) sorgfältig prüfen — Preisanpassungsklauseln können teuer werden. Ökologisch interessant: viele Städte stellen Fernwärme auf Geothermie oder industrielle Abwärme um.
Kann ich eine Pelletheizung selbst befüllen und warten?
Pellets müssen regelmäßig nachgefüllt werden (Pelletlager oder Sackware). Ein Pelletlager für 5 Tonnen (reicht ca. für eine Heizsaison EFH) benötigt ca. 10 m² Kellerraum. Befüllung: Pelletlieferant bläst Pellets direkt ins Lager (wie Heizöl). Wartung: jährliche Inspektion durch Fachbetrieb, Reinigung der Brennkammer und Aschebehälter alle 2–4 Wochen selbst möglich. Pelletheizungen sind heute weitgehend automatisiert — Komfort ähnlich wie Gas. Asche: ca. 1–2 kg pro 100 kg Pellets (guter Kompost).
Lohnt sich eine Hybridheizung aus Wärmepumpe + Gas?
Ja, als Übergangslösung für schlecht gedämmte Altbauten. Die Wärmepumpe übernimmt ca. 80–90 % der Heizlast im gemäßigten Klima, der Gasbrenner springt nur bei sehr tiefen Außentemperaturen (unter −5 bis −10 °C) zu. Ergebnis: JAZ-Effekt auch bei ungünstiger Gebäudegeometrie, geringere Investition als reine WP-Anlage, Gasanschluss bleibt. GEG-konform wenn WP-Anteil ≥ 65 %. Nachteil: weiterhin Gaskosten und CO₂-Emissionen bei Spitzenlast. Sinnvoll als 10-Jahres-Brückenlösung bis zur vollständigen Sanierung.
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