Dämmrechner 2026 — Dämmstärke und Einsparung berechnen
Wie dick muss meine Dämmung sein und was spare ich ein? Bauteil und Dämmmaterial eingeben — GEG-konformer U-Wert, empfohlene Stärke und Jahresersparnis sofort.
Ihre Dämmung
- U-Wert verstehen — Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) misst wie viel Wärme pro m² und Grad Temperaturdifferenz durch ein Bauteil verloren geht. Einheit: W/m²K. Je kleiner, desto besser. Alte ungedämmte Außenwand: U = 1,5–2,0. GEG-Neubaustandard: U ≤ 0,28. Passivhaus: U ≤ 0,15. Die Dämmstärke d (cm) = λ (Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs) ÷ Ziel-U-Wert × 100.
- GEG 2024 Anforderungen kennen — Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt bei Sanierungsmaßnahmen Mindest-U-Werte vor: Außenwand ≤ 0,24 W/m²K, Dach/Oberste Geschossdecke ≤ 0,20 W/m²K, Kellerdecke ≤ 0,30 W/m²K, Fenster ≤ 1,30 W/m²K. Diese Werte müssen bei Erneuerung der Außenhülle eingehalten werden — nicht bei reiner Instandhaltung.
- BEG-Förderung für Einzelmaßnahmen beantragen — Bundesförderung Effiziente Gebäude (BEG EM) fördert Dämmmaßnahmen mit 15 % Zuschuss auf förderfähige Kosten. Zusatz-Bonus von 5 % wenn individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) vorliegt. Antrag: vor Beauftragung über BAFA oder KfW stellen. Förderfähige Kosten: bis 30.000 € bei Einzelmaßnahme. Maximaler Zuschuss: 6.000 € (+ 1.500 € mit iSFP). Dämmung Dach: besonders hoch förderungsfähig.
GEG 2024 U-Wert-Anforderungen — alle Bauteile und empfohlene Dämmstärke
| Bauteil | GEG-Max. U-Wert | Dämmstärke EPS | Dämmstärke PIR |
|---|---|---|---|
| Außenwand (Sanierung) | ≤ 0,24 W/m²K | 14 cm EPS | 9 cm PIR |
| Außenwand Neubau-Empfehlung | ≤ 0,15 W/m²K | 22 cm EPS | 14 cm PIR |
| Flachdach (Sanierung) | ≤ 0,20 W/m²K | 17 cm EPS | 11 cm PIR |
| Steildach (Zwischensparren) | ≤ 0,20 W/m²K | 20 cm MW | 12 cm PIR |
| Oberste Geschossdecke (begeh.) | ≤ 0,20 W/m²K | 18 cm EPS | 12 cm PIR |
| Oberste Geschossdecke (unbeg.) | ≤ 0,20 W/m²K | 14 cm EPS loses Material | — |
| Kellerdecke (nach oben) | ≤ 0,30 W/m²K | 12 cm EPS | 7 cm PIR |
| Boden gegen Erdreich | ≤ 0,30 W/m²K | 10 cm EPS-T (druckfest) | 7 cm PIR |
| Fenster (Verglasung) | ≤ 1,30 W/m²K | Dreifachverglasung erforderlich | — |
| Haustür | ≤ 1,80 W/m²K | Wärmegedämmte Tür erforderlich | — |
Quelle: GEG 2024 Anlage 7. EPS = λ 0,035 W/mK, MW = Mineralwolle λ 0,032, PIR = λ 0,022. Angaben für den Dämmwiderstand der Dämmschicht allein; Wandaufbau-Gesamtwert kann abweichen. Für Fenster: U-Wert bezieht sich auf das gesamte Fensterelement (Glas + Rahmen), Ug (Verglasung allein) bei Dreifach: 0,5–0,7.
Sanierungskosten und Amortisation — Richtwerte 2026
| Maßnahme | Kosten/m² | Ersparnis/m²/J. | Amortisation ca. |
|---|---|---|---|
| Außenwand WDVS 14 cm | 80–130 €/m² | 3–5 €/m²/J. | 20–35 Jahre |
| Außenwand WDVS (mit BEG) | 68–110 €/m² | 3–5 €/m²/J. | 17–28 Jahre |
| Dach Zwischensparren 20 cm | 40–80 €/m² | 4–7 €/m²/J. | 10–20 Jahre |
| Oberste Gescdhossdecke 20cm | 20–40 €/m² | 5–8 €/m²/J. | 5–8 Jahre |
| Kellerdecke 12 cm | 30–60 €/m² | 2–4 €/m²/J. | 12–25 Jahre |
| Fenster (3-fach) | 400–800 €/Fenster | 30–60 €/Fenster/J. | 10–20 Jahre |
Kosten inkl. Material und Montage, ohne Gerüst (Fassade: +10–20 €/m² extra). Ersparnis auf Basis Gas 9,5 ct/kWh, Verbesserung U-Wert × Gradstunden × Fläche. BEG-Förderung 15–20 % bereits abgezogen. Beste Amortisation: oberste Geschossdecke (unbeheizt, günstig, hohe Einsparung) — oft unter 5 Jahren!
Welche Dämmmaßnahme lohnt sich zuerst?
Nicht alle Dämmmaßnahmen sind wirtschaftlich gleich sinnvoll. Die Priorität richtet sich nach Kosten, Einsparungspotenzial und Amortisationsdauer. Empfohlene Reihenfolge: (1) Oberste Geschossdecke (wenn ungenutzt): günstigste Maßnahme mit kürzester Amortisationszeit — lose Zellulose oder Mineralwolle auf den Dachboden blasen kostet 15–25 €/m² und amortisiert sich in 3–6 Jahren. (2) Kellerdecke dämmen: 30–60 €/m², kurzfristig amortisierbar. (3) Fenster tauschen: wenn ohnehin fällig, auf Dreifachverglasung upgraden. (4) Fassadendämmung (WDVS): teuerste Maßnahme, längste Amortisation — aber notwendig für Gebäude die deutlich unter GEG-Standard liegen.
Wichtig: Dämmung und Lüftung müssen zusammen geplant werden. Ein gut gedämmtes Haus ohne kontrollierte Lüftung riskiert Schimmel durch Feuchtigkeitsstau. Bei Dämmung der Außenhülle: immer Dampfbremse (nicht Dampfsperren) einplanen und auf korrekte Detailausführung an Wärmebrücken (Fensteranschlüsse, Ecken, Rollladenkästen) achten — hier gehen bis zu 30 % der Wärmeverluste verloren.
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Häufige Fragen zur Dämmung
Muss ich mein Haus dämmen oder ist das freiwillig?
Es gibt eine Dämmpflicht bei bestimmten Sanierungsmaßnahmen: Wer die Außenhülle eines Gebäudes erneuert (neue Fassade, neues Dach, neue Fenster), muss GEG-konforme U-Werte einhalten. Bei reiner Instandhaltung (gleiches Material reparieren) gilt die Pflicht nicht. Zusätzlich: Oberste Geschossdecke und Dachdämmung müssen bei Gebäuden die nach 1978 gebaut wurden und nicht dem Energiestandard entsprechen bis Ende 2026 gedämmt sein — wenn der Eigentümer selbst einzieht entfällt die Pflicht (§ 47 GEG).
Was ist der Unterschied zwischen Wärmeleitfähigkeit und U-Wert?
Wärmeleitfähigkeit λ (Lambda): Materialeigenschaft die angibt wie gut ein Stoff Wärme leitet. Einheit: W/mK. Kleiner Wert = guter Dämmstoff. EPS (Styropor): λ = 0,035, PIR (Polyurethan): λ = 0,022. U-Wert: beschreibt das ganze Bauteil (Wand, Dach, Fenster) inkl. aller Schichten. Einheit: W/m²K. Kleiner U-Wert = bessere Dämmung des gesamten Bauteils. Formel (vereinfacht): U = λ ÷ d (Dämmstärke in Metern). Bei d = 0,14 m und λ = 0,035: U = 0,25 W/m²K.
Kann ich eine Fassadendämmung selbst anbringen?
EPS-WDVS (Außenwärmedämmverbundsystem) ist technisch anspruchsvoll und für Heimwerker nur begrenzt geeignet. Kritische Punkte: Untergrundvorbereitung (Haftung), Klebemuster, Befestigungsdübel, Armierungsputz, Anschlussdetails an Fenstern und Ecken, Oberputz und Anstrich. Fehler führen zu Wasserinfiltration, Schimmel, Abplatzungen. Kellerdecke oder oberste Geschossdecke: deutlich einfacher, gut DIY-tauglich. Tipp: Gerüst mieten und Fassade vom Fachbetrieb machen lassen — die BEG-Förderung (15 %) gilt nur bei Einbau durch zertifizierten Fachbetrieb.
Wie unterscheidet sich EPS von Mineralwolle als Dämmstoff?
EPS (Expanded Polystyrene, Styropor): günstiger (15–30 €/m² bei 14 cm), gute Druckfestigkeit, nicht feuchtigkeitsempfindlich, nicht brennbar über 300 °C (selbstverlöschend). Gut für WDVS-Fassade und Kellerböden. Mineralwolle (Glas- oder Steinwolle): teurer (25–50 €/m²), nicht brennbar (Klasse A1), dampfdiffusionsoffen (gut für Holzbauweise), besonders geeignet für Steildach-Zwischensparren und Brandschutzanforderungen. PIR/PUR: dünnster Aufbau bei gleichem U-Wert, teuerster Preis (50–100 €/m²), gut bei beengten Platzverhältnissen (Flachdach, Fensterzargen).
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