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Sparrechner — Sparziel und Zinseszins

Von  ·  Aktualisiert Juni 2026

Wie viel brauche ich monatlich für mein Sparziel? Oder: Was wird aus meinen Ersparnissen in X Jahren? Beides sofort berechnen.

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Endkapital nach Zinseszins
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So funktioniert es
  1. Realistischen Zinssatz wählen — Tagesgeld 2026: ca. 2,5–3,5 % p.a. (variabel, kann sinken). Festgeld 1 Jahr: ca. 3 % p.a. ETF-Aktienanlage (MSCI World): historisch ca. 7 % nominal p.a. (sehr langfristig, mit Schwankungen). Inflationsbereinigt: Tagesgeld ca. 0–1 %, ETF ca. 4–5 %. Für Planungen über 10+ Jahre: 5–7 % p.a. ist eine realistische ETF-Annahme.
  2. Zinseszins braucht Zeit — In den ersten Jahren überwiegt das eingezahlte Kapital. Ab etwa Jahr 15–20 überholt der Zinseszins die Einzahlungen — das ist der exponentielle Effekt. Ein früherer Start ist wichtiger als eine höhere Sparrate. Wer mit 25 statt 35 Jahren startet, hat mit 65 Jahren bei gleicher Rate und 7 % Rendite ca. doppelt so viel Kapital.
  3. Inflationsbereinigung — 7 % nominal bedeutet bei 2,5 % Inflation ca. 4,5 % real. Bei langfristiger Planung (Rente) sollten Sie mit dem realen Zinssatz planen, um die Kaufkraft Ihres Endkapitals richtig einzuschätzen.

Endkapital: 200 €/Monat bei verschiedenen Zinssätzen

Zinssatznach 10 J.nach 20 J.nach 30 J.
0 % (kein Zins)24.000 €48.000 €72.000 €
1 % (Sparbuch)25.230 €52.886 €83.869 €
2,5 % (Tagesgeld)27.258 €61.695 €104.892 €
5 % (Mix)31.056 €82.549 €166.452 €
7 % (ETF)34.649 €104.284 €242.985 €
10 % (optimist.)40.969 €152.602 €452.099 €

Monatliche Sparrate 200 €, Startkapital 0 €, Zinseszins jährlich gutgeschrieben. Abgeltungsteuer nicht berücksichtigt. 7 % p.a. entspricht historischem MSCI World Ø-Nominal.

Startzeit-Effekt: gleiche Rate, verschiedener Startzeitpunkt (200 €/Mon., 7 %)

Start-AlterEndkapital mit 65EingezahltZinseszins-Anteil
25 Jahre (40 J.)~524.000 €96.000 €~82 %
30 Jahre (35 J.)~363.000 €84.000 €~77 %
35 Jahre (30 J.)~243.000 €72.000 €~70 %
40 Jahre (25 J.)~162.000 €60.000 €~63 %
45 Jahre (20 J.)~104.000 €48.000 €~54 %

Zeigt: 10 Jahre früherer Start fast verdoppelt das Endkapital. 10 Jahre später einsteigen kostet ca. 161.000 € Endkapital — obwohl nur 12.000 € weniger eingezahlt werden.

Warum der Zinseszins-Effekt so kraftvoll ist

Der Zinseszins — Zinsen auf Zinsen — wächst exponentiell. Im ersten Jahr wächst Ihr Kapital linear mit den Einzahlungen. Aber ab einem gewissen Zeitpunkt überholt der Zinseszins-Ertrag die neuen Einzahlungen deutlich. Bei 7 % Rendite und 30 Jahren Laufzeit kommt über 80 % des Endkapitals nicht aus den eigenen Einzahlungen, sondern aus dem Zinseszins-Effekt.

Praktische Faustregel: Die "Regel 72" zeigt die Verdopplungszeit. 72 ÷ Zinssatz = Jahre bis zur Verdopplung des Kapitals. Bei 7 %: 72 ÷ 7 = ca. 10 Jahre. Bei 3 %: 72 ÷ 3 = 24 Jahre. Bei 1 %: 72 Jahre. Das verdeutlicht, warum höhere Renditen langfristig so wichtig sind.

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Häufige Fragen zum Sparrechner

Wie viel sollte ich monatlich sparen?

Als Faustregel gelten 10–20 % des Nettoeinkommens. Priorität: Zuerst 3 Monatsgehälter als Notfallfonds auf Tagesgeld (sofort verfügbar). Dann Altersvorsorge: mind. so viel, dass betriebliche AG-Zuschüsse voll ausgeschöpft werden (kostenlose Rendite). Dann langfristiger Vermögensaufbau per ETF-Sparplan. Wer 200 €/Monat mit 30 Jahren bei 7 % anlegt, hat mit 65 Jahren über 360.000 €.

ETF-Sparplan oder Tagesgeld — was ist für wen besser?

Tagesgeld eignet sich für den Notfallfonds und für Ziele unter 3–5 Jahren: kein Risiko, sofort verfügbar, aktuell ca. 2,5–3,5 %. ETF-Sparplan für Ziele ab 10 Jahren: historisch ca. 7 % nominal, aber mit Kursschwankungen. Wer bei einem Kurseinbruch nicht verkauft, profitiert langfristig. Kombination: Notfallfonds auf Tagesgeld, langfristige Altersvorsorge per ETF.

Werden Zinsen und ETF-Erträge besteuert?

Ja. Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden, realisierte Kursgewinne) werden mit 25 % Abgeltungsteuer + 5,5 % SolZ + ggf. Kirchensteuer belastet (gesamt ~26,375 % ohne KiSt). Jeder Anleger hat einen Sparerpauschbetrag von 1.000 €/Jahr (2.000 € für Ehepaare) — dieser Betrag ist steuerfrei. Stellen Sie einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank!

Was ist der Unterschied zwischen nominalem und realem Zinssatz?

Der nominale Zinssatz ist der tatsächliche Kontobetrag-Zuwachs. Der reale Zinssatz berücksichtigt Inflation: Real = Nominal − Inflation. Bei 7 % nominal und 2,5 % Inflation beträgt die reale Rendite ca. 4,5 %. Das bedeutet: Ihr Kapital wächst real um 4,5 % pro Jahr an Kaufkraft. Für langfristige Planungen (Altersvorsorge) sollten Sie mit dem realen Zinssatz rechnen.

Was ist ein Freistellungsauftrag und warum ist er wichtig?

Ein Freistellungsauftrag teilt Ihrer Bank mit, dass Zinserträge bis zum Sparerpauschbetrag (1.000 €/Jahr, 2.000 € für Ehepaare) nicht versteuert werden sollen. Ohne Freistellungsauftrag behält die Bank 26,375 % Steuer auf alle Erträge ein — auch auf steuerfreie. Der Auftrag kann nachträglich gestellt werden (Erstattung in der Steuererklärung). Wird er auf mehrere Banken aufgeteilt, darf die Summe 1.000 € nicht überschreiten.

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Aktualisiert Juni 2026 · Zur Methodik
Zinseszins-Berechnung mit konstantem Zinssatz. Aktienrenditen (ETF) sind historische Werte und keine Garantie. Steuern (Abgeltungsteuer 26,375 % auf Erträge über Sparerpauschbetrag 1.000 €/Jahr) sind nicht abgezogen.