Solar-Autarkie-Rechner 2026 — Eigenversorgungsgrad berechnen
Wie unabhängig vom Netz kann ich mit meiner Solaranlage werden? PV-Leistung, Verbrauch und Speicher eingeben — Autarkiegrad, Eigenverbrauch und Wirtschaftlichkeit sofort.
Ihre Solare Autarkie
- Autarkie vs. Eigenverbrauch — der Unterschied — Autarkiegrad: Anteil des Strombedarfs der durch die eigene PV-Anlage gedeckt wird. Ziel: möglichst hoch (80 % Autarkie = 80 % des Jahresstroms kommt von der eigenen Anlage). Eigenverbrauchsquote: Anteil des selbst erzeugten Stroms der direkt im Haus verbraucht wird (nicht eingespeist). Ohne Speicher: typisch 30–40 % Eigenverbrauch. Mit Speicher: 60–80 % möglich.
- Faustregeln für Anlagendimensionierung — PV ohne Speicher: 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresverbrauch als Startwert. Bei 4.000 kWh/Jahr: 4 kWp. Mit Speicher: Speichergröße = (0,5 bis 1) × täglicher Verbrauch in kWh. Bei 4.000 kWh/Jahr = 11 kWh/Tag: 5–11 kWh Speicher optimal. Größere Anlagen bringen überproportional mehr Einspeisung, aber nicht mehr Autarkie — ab ca. 10 kWp ist der Eigenverbrauchszuwachs gering.
- Speicher richtig dimensionieren — Ein zu kleiner Speicher lädt sich im Sommer täglich voll und macht nachts leer — gut genutzt. Im Winter: PV liefert wenig, Speicher wird kaum geladen. Faustregel optimale Speichergröße: 1 kWh Speicher pro 1 kWp PV-Leistung. 10 kWp Anlage → 10 kWh Speicher. Übergroßer Speicher: höhere Kosten, selten vollständig genutzt. Wirtschaftlichste Speichergröße: oft 6–10 kWh für typische Einfamilienhäuser.
Autarkie-Tabelle: PV-Anlage × Speicher × Verbrauch 2026
| Anlage / Speicher | Ertrag/Jahr | Autarkie (4 MWh HH) | Eigenverbr.-Quote |
|---|---|---|---|
| 5 kWp, kein Speicher | ~5.500 kWh | ~35–40 % | ~28–32 % |
| 5 kWp + 5 kWh Speicher | ~5.500 kWh | ~55–60 % | ~44–48 % |
| 7,5 kWp, kein Speicher | ~8.250 kWh | ~45–50 % | ~22–25 % |
| 7,5 kWp + 7 kWh Speicher | ~8.250 kWh | ~65–70 % | ~32–35 % |
| 10 kWp, kein Speicher | ~11.000 kWh | ~50–55 % | ~18–22 % |
| 10 kWp + 10 kWh Speicher | ~11.000 kWh | ~75–80 % | ~28–32 % |
| 10 kWp + 20 kWh Speicher | ~11.000 kWh | ~85–90 % | ~31–35 % |
| 15 kWp + 15 kWh Speicher | ~16.500 kWh | ~90–95 % | ~22–26 % |
Basis: 4-Personen-Haushalt 4.000 kWh/Jahr, Mittelstand-Standort (1.050 kWh/kWp), Süddach 30° Neigung. Ohne E-Auto oder Wärmepumpe. Fraunhofer ISE PV-Simulation 2025. Vollständige 100 % Autarkie: technisch möglich, wirtschaftlich selten sinnvoll (letzten 10 % kosten sehr viel). Optimum: 75–85 % Autarkie bei akzeptablen Kosten.
Wirtschaftlichkeit PV-Anlage 2026 — Kosten und Erträge
| Anlagengröße | Investition | Jährl. Einnahmen | Amortisation |
|---|---|---|---|
| 5 kWp (kein Speicher) | ~8.000 € | ~800–1.100 €/J. | ~8–10 Jahre |
| 5 kWp + 5 kWh Speicher | ~15.000 € | ~1.000–1.300 €/J. | ~12–15 Jahre |
| 10 kWp (kein Speicher) | ~14.000 € | ~1.400–1.900 €/J. | ~8–10 Jahre |
| 10 kWp + 10 kWh Speicher | ~23.000 € | ~1.800–2.400 €/J. | ~10–13 Jahre |
| 15 kWp + 15 kWh Speicher | ~32.000 € | ~2.300–3.000 €/J. | ~11–14 Jahre |
Investition: Bruttosystempreis inkl. Montage, Wechselrichter 2026 (gefallen vs. 2022). Jährl. Einnahmen: Eigenverbrauchsersparnis (37 ct/kWh) + Einspeisevergütung (8,11 ct/kWh). Amortisation: Investition ÷ jährliche Einnahmen. Lebensdauer PV-Module: 25–30 Jahre mit Garantie. Nach Amortisation: 15–20 Jahre kostenloser Strom. Rendite 10 kWp ohne Speicher: 6–8 % p.a. Quelle: BSW Solar 2026.
E-Auto und Wärmepumpe als PV-Boost nutzen
Wer ein E-Auto oder eine Wärmepumpe hat, kann seinen PV-Eigenverbrauch dramatisch steigern. E-Auto als Stromspeicher auf Rädern: 10 kWp PV-Anlage + E-Auto (15.000 km/Jahr, 20 kWh/100 km = 3.000 kWh/Jahr Ladebedarf): Der Eigenverbrauch der PV-Anlage steigt um 1.500–2.000 kWh/Jahr wenn das Auto tagsüber zuhause geladen wird oder mit Smart-Charging gesteuert wird (SMA, Fronius, kostenlose Apps). Ersparnis: 1.500 kWh × 37 ct = 555 €/Jahr mehr Eigenverbrauchsersparnis.
Vehicle-to-Home (V2H) oder Vehicle-to-Grid (V2G): Das E-Auto als bidirektionaler Speicher. Das Fahrzeug lädt PV-Überschuss und gibt Strom zurück ins Haus wenn die Sonne nicht scheint. Verfügbare Fahrzeuge 2026: Nissan Leaf, Mitsubishi Outlander PHEV (V2H), Hyundai Ioniq 5/6, KIA EV6 (V2G in Piloten). Wärmepumpe: per Smart-Charging-App tagsüber mit PV-Überschuss heizen oder kühlen (Puffer-Speicher nutzen), nachts ohne Zukaufstrom betreiben.
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Häufige Fragen zur solaren Autarkie
Was bedeutet 70 % Autarkie bei einer PV-Anlage?
70 % Autarkie bedeutet: 70 % des jährlichen Strombedarfs wird durch die eigene Solaranlage gedeckt. Bei 4.000 kWh/Jahr Haushaltsbedarf: 2.800 kWh aus der eigenen PV-Anlage, 1.200 kWh aus dem öffentlichen Netz. Die restlichen 30 % Netzbezug: meist in Wintermonaten (November–Februar) wenn PV wenig liefert. 100 % Autarkie: technisch möglich (große Anlage + großer Speicher) aber wirtschaftlich selten sinnvoll — die letzten 10–20 % Autarkie kosten unverhältnismäßig viel.
Lohnt sich ein Batteriespeicher wirklich?
Das hängt von Strompreis und Einspeisevergütung ab. 2026: Strom 37 ct/kWh, Einspeisevergütung 8,11 ct/kWh. Jede kWh die ich speichere und selbst verbrauche statt einzuspeisen: 37 − 8,11 = 28,89 ct Mehrwert. 10 kWh Speicher, 250 Zyklen/Jahr = 2.500 kWh Eigenverbrauch extra × 28,89 ct = 722 €/Jahr. Speicherkosten (10 kWh): 8.000–12.000 €. Amortisation: 11–17 Jahre. Lebensdauer: 15–20 Jahre. Ergebnis: Speicher lohnt sich knapp, mit steigendem Strompreis wird es besser.
Wie viel PV-Strom kann ich ohne Speicher selbst verbrauchen?
Ohne Speicher: typisch 25–35 % des erzeugten PV-Stroms werden direkt selbst verbraucht. Der Rest wird eingespeist. Das liegt daran dass die stärkste Produktion (11–14 Uhr Mittag) oft nicht mit dem höchsten Verbrauch (morgens und abends) zusammenfällt. Maßnahmen ohne Speicher zur Steigerung: Waschmaschine, Geschirrspüler und Trockner tagsüber laufen lassen (Zeitschaltuhr oder Smarthome), E-Auto tagsüber laden, Wärmepumpe tagsüber Wärme produzieren lassen (Pufferspeicher).
Was passiert mit meiner PV-Anlage bei Stromausfall?
Standardanlage ohne Speicher: geht bei Netzausfall automatisch ab (Sicherheitspflicht — verhindert Rückeinspeisung in abgekoppeltes Netz und schützt Netzmonteure). Mit Speicher und Notstrom-Funktion: manche Systeme können im Inselbetireb laufen und zumindest Grundlasten versorgen (SMA Sunny Island, E3DC, Sungrow). Vollständige Hausentkopplung: möglich aber teuer (Systempreis +3.000–8.000 €). Häufigkeit Stromausfälle in Deutschland: Ø 12 Minuten/Jahr (2024) — sehr selten.
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