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Selbstständigen-Steuer-Rechner 2026

Von · Aktualisiert Juni 2026 · Geprüft Januar 2026

Wie viel Steuern und Abgaben zahle ich als Selbstständiger? Jahresgewinn und Rechtsform eingeben — Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Krankenversicherung sofort.

%

Ihre Steuerlast als Selbstständiger

Gesamtabgaben (€/Jahr)
Einkommensteuer + Soli ca. (€/Jahr)
Gewerbesteuer nach Anrechnung ca. (€/Jahr)
GKV-Beitrag ca. (€/Jahr)
Empfohlene Steuerrücklage (% des Gewinns)
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So wird der Rechner verwendet
  1. Einkommensteuer für Selbstständige — Selbstständige zahlen Einkommensteuer auf den Gewinn (Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben). Vorauszahlungen: vierteljährlich am 15.3., 15.6., 15.9., 15.12. Das Finanzamt setzt die Vorauszahlungen fest (1/4 der Vorjahressteuer). Tipp: immer ausreichend Rücklage bilden — Steuernachzahlung im 2. Jahr kann den Cashflow belasten.
  2. Gewerbesteuer vs. Freiberufler — Freiberufler (§18 EStG: Ärzte, Anwälte, Architekten, Ingenieure, Journalisten, Lehrer, Künstler): KEINE Gewerbesteuer. Gewerbetreibende: Gewerbesteuer fällig, aber auf die Einkommensteuer anrechenbar (§35 EStG). Freibetrag: 24.500 € (nur für Einzelunternehmen/Personengesellschaften). Effektive Mehrbelastung bei Hebesatz 410 %: ca. 0–5 %.
  3. GKV als Selbstständiger 2026 — Freiwillig gesetzlich versichert: Mindestbeitrag 2026 bei geringem Einkommen ca. 215 €/Mon. (fiktives Mindesteinkommen 1.178 €). Maximaler GKV-Beitrag: Ø 18,5 % × BBG 5.812,50 €/Mon. = ca. 1.020 €/Mon. = 12.240 €/Jahr. Kein Arbeitgeberzuschuss — Selbstständige zahlen vollen Beitrag allein. Rücklage empfohlen: 18 % des Gewinns für KV/PV.

Steuerlast Selbstständige 2026 — Freiberufler vs. Gewerbetreibender

JahresgewinnFreiberufler (ESt+KV)Gewerbetreibender (ESt+GewSt+KV)Differenz GewSt
30.000 €~9.600 €~9.800 €~200 €
50.000 €~19.900 €~20.700 €~800 €
75.000 €~32.500 €~34.000 €~1.500 €
100.000 €~44.500 €~47.000 €~2.500 €
150.000 €~70.000 €~74.000 €~4.000 €

Einzelveranlagung, Steuerklasse 1, GKV Ø-Beitrag (bis BBG), GewSt-Hebesatz 410 %, ESt-Anrechnung §35 EStG berücksichtigt. Freiberufler: kein GewSt-Vorteil, aber auch kein Aufwand (kein Gewerbeamt, keine IHK-Beiträge). Quelle: eigene Berechnung nach EStG 2026.

Steuerrücklage — Empfehlungen nach Gewinnhöhe

JahresgewinnESt+Soli RücklageGKV-RücklageGesamt-Rücklage empfohlen
20.000 €~8 %~18 %~26 % (5.200 €)
40.000 €~16 %~18 %~34 % (13.600 €)
60.000 €~22 %~18 %~40 % (24.000 €)
80.000 €~27 %~15 % (BBG-Grenze)~42 % (33.600 €)
100.000 €~31 %~12 % (BBG-Grenze)~43 % (43.000 €)

Rücklage auf separatem Steuerkonto empfohlen. GKV-BBG 2026: 5.812,50 €/Mon. = 69.750 €/Jahr. Über BBG: kein weiterer GKV-Beitrag. ESt-Vorauszahlungen: vierteljährlich. Praxis-Tipp: Sofort bei Rechnungseingang 40 % auf Steuerkonto überweisen.

Umsatzsteuer — Pflicht ab 25.000 € Jahresumsatz

Kleinunternehmerregelung (§19 UStG): bis 25.000 € Vorjahresumsatz (2026 erhöht von 22.000 €) keine Umsatzsteuer-Pflicht. Vorteil: kein USt-Aufwand. Nachteil: keine Vorsteuer-Erstattung. Ab 25.000 €: USt-Pflicht (Regelbesteuerung). Dann: 19 % MwSt. auf Ausgangsrechnungen, Vorsteuer auf Eingangsrechnungen absetzbar. USt ist kein "eigenes Geld" — direkt nach Rechnungsstellung auf Steuerkonto legen!

USt-Voranmeldung: monatlich (im 1. Jahr und bei hohem Aufkommen) oder vierteljährlich. Dauerfristverlängerung: Abgabe 1 Monat später gegen Kaution möglich. Jährliche USt-Erklärung: zusätzlich zur Voranmeldung. Wichtig: auch ohne Liquidität fällig — USt-Schulden häufen sich schnell und können in die Insolvenz führen.

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Häufige Fragen zur Selbstständigen-Steuer

Wie viel muss ich als Selbstständiger für Steuern zurücklegen?

Faustregel: 40–50 % des Gewinns zurücklegen (ESt + ggf. GewSt + GKV). Bei 60.000 € Gewinn: ca. 24.000 € reservieren. Wichtig: das Finanzamt setzt nach dem 1. Jahr Vorauszahlungen fest. Im 1. Jahr: keine Vorauszahlungen, aber im 2. Jahr kommen erste Vorauszahlung + Nachzahlung für Jahr 1 zusammen. Das ist ein häufiger Liquiditätsschock. Lösung: von Anfang an separat zurücklegen.

Bin ich Freiberufler oder Gewerbetreibender?

Freiberufler §18 EStG: Katalogberufe (Arzt, Zahnarzt, Apotheker, Tierarzt, Rechtsanwalt, Notar, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Architekt, Ingenieur, Journalist, Dolmetscher, Wissenschaftler, Künstler, Lehrer). Gewerbetreibender §15: alle anderen. Grenzfall IT: Softwareentwickler können freiberuflich sein wenn sie kreativ-gestalterisch tätig sind (kein reines Coding nach Vorgabe). Finanzamt entscheidet — Anfrage empfohlen.

Wann lohnt sich die GmbH für Selbstständige?

Ab ca. 100.000 € Jahresgewinn und Investitionsbedarf: GmbH-Prüfung sinnvoll. GmbH zahlt 29–33 % auf thesaurierte Gewinne vs. Einzelunternehmer bis 47,5 % ESt. Einsparpotenzial bei 100.000 €: ca. 15.000 €/Jahr. Nachteile GmbH: Gründungskosten (ca. 1.000–2.000 €), höhere Buchhaltungskosten, Stammkapital 25.000 € (davon 12.500 € bei Gründung), komplexere Steuerstruktur. Steuerberater-Beratung vor GmbH-Gründung unverzichtbar.

Was kann ich als Selbstständiger von der Steuer absetzen?

Absetzbar als Betriebsausgaben: Homeoffice-Kosten (direkte Kosten oder Tagespauschale 6 €/Tag, max. 1.260 €/Jahr), Arbeitsmittel (Computer, Telefon, Büromöbel), Fahrtkosten (0,30 €/km oder tatsächliche Kosten), Fortbildungen, Berufskleidung (nur berufsspezifisch), Telefon- und Internetkosten (anteilig), Büromaterial, Software-Abonnements, Steuerberaterkosten. Grenze: gemischt genutzte Gegenstände anteilig (betrieblicher Anteil).

Dieser Rechner gehört zur Kategorie Steuern. Weitere Rechner für Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Steuerlast finden Sie in der Übersicht.


Aktualisiert Juni 2026 · Zur Methodik
Näherungsrechnung. ESt: vereinfachter Tarif §32a. GewSt: (Gewinn − 24.500 €) × 3,5 % × Hebesatz/100, ESt-Anrechnung 4,0 × Messbetrag. GKV: ca. 18 % bis BBG. Keine Steuerberatung.