Rentenlücken-Rechner 2026
Wie groß ist meine Rentenlücke und wie viel muss ich sparen? Aktuelles Gehalt und Rentenpunkte eingeben — Rentenhöhe, Lücke in Euro und monatliche Sparrate sofort.
Ihre Rentenlücke
- Renteninformation der DRV nutzen — Die Deutsche Rentenversicherung schickt jedem Versicherten ab 27 Jahren jährlich eine Renteninformation per Post. Darauf steht: angesammelte Rentenpunkte und hochgerechnete Rente. Alternativ: Online-Zugang unter eservice.deutsche-rentenversicherung.de (nach Registrierung). Rentenpunkte = Summe der bisherigen Jahresbeiträge ÷ Durchschnittsverdienst des jeweiligen Jahres.
- 70-80 Prozent vom Netto als Planungsgröße — Im Ruhestand fallen viele Ausgaben weg: keine Rentenbeiträge mehr, keine Berufskosten, oft niedrigere Mobilitätskosten. Dafür steigen Gesundheits- und Freizeitausgaben. Faustregel: 70–80 % des heutigen Nettos reichen für den gewohnten Lebensstandard. Wer reisen oder teuer wohnen möchte: 90–100 % ansetzen.
- Rentenwert 2026 kennen — Ein Entgeltpunkt bringt ab Juli 2026: 40,17 €/Monat Bruttorente. Wer 45 Beitragsjahre mit Durchschnittsverdienst hatte: 45 Punkte × 40,17 € = 1.808 €/Monat brutto. Der Rentenwert wird jährlich angepasst — für Langfristplanung mit 1,5–2 % jährlichem Anstieg rechnen.
Rentenlücken-Landkarte nach Berufsgruppe — durchschnittliche Lücke 2026
| Berufsgruppe | Ø Bruttorente | Ø Nettobedarf (75 %) | Ø Rentenlücke |
|---|---|---|---|
| Bürokaufmann/-frau | ~1.380 € | ~1.780 € | ~400 €/Mon. |
| Facharbeiter Industrie | ~1.520 € | ~1.920 € | ~400 €/Mon. |
| Lehrer (Beamte) | ~3.100 € (Pension) | ~2.200 € | Meist kein Bedarf |
| Ingenieur/Techniker | ~1.850 € | ~2.450 € | ~600 €/Mon. |
| Arzt (angestellt) | ~2.100 € | ~3.200 € | ~1.100 €/Mon. |
| Selbstständige (ohne PV) | ~650 € | ~2.800 € | ~2.150 €/Mon. |
| Minijob/Teilzeit (Frauen) | ~800 € | ~1.600 € | ~800 €/Mon. |
| IT/Software-Entwickler | ~1.950 € | ~2.700 € | ~750 €/Mon. |
Quelle: Statistisches Bundesamt Rentenatlas 2025, DRV Statistik 2026. Bruttorenten: Median nach Berufsgruppe. Nettobedarf: 75 % des typischen Nettogehalts der Berufsgruppe. Beamte: Versorgungsbezüge statt GRV. Selbstständige: oft keine oder sehr geringe GRV-Beiträge → massives Vorsorgedefizit.
Kapital- und Sparbedarf für häufige Rentenlücken (Anlage bei 7 % p.a.)
| Rentenlücke | Kapital nötig (bis 90 J.) | Sparbedarf ab 30 J. | Sparbedarf ab 45 J. |
|---|---|---|---|
| 300 €/Mon. | ~72.000 € | ~56 €/Mon. | ~145 €/Mon. |
| 500 €/Mon. | ~120.000 € | ~94 €/Mon. | ~242 €/Mon. |
| 800 €/Mon. | ~192.000 € | ~150 €/Mon. | ~387 €/Mon. |
| 1.000 €/Mon. | ~240.000 € | ~187 €/Mon. | ~484 €/Mon. |
| 1.500 €/Mon. | ~360.000 € | ~281 €/Mon. | ~726 €/Mon. |
| 2.000 €/Mon. | ~480.000 € | ~375 €/Mon. | ~968 €/Mon. |
Kapital nötig: Lücke × 12 × 20 Bezugsjahre (67–87 J.). Sparbedarf: monatliche Rate bei 7 % ETF-Rendite p.a. über Ansparzeit. Je früher gestartet wird, desto weniger muss gespart werden — Zinseszins-Effekt. Ab 45 starten: Sparrate 2,6× höher als ab 30. Inflation nicht eingerechnet — reale Kaufkraft der Rente mit Inflationsausgleich erhöhen.
Frauen und Rentenlücke: warum die Gender Pension Gap so groß ist
Frauen erhalten in Deutschland im Schnitt 37 % weniger gesetzliche Rente als Männer (Gender Pension Gap, Statistisches Bundesamt 2025). Die Ursachen: Unterbrechungen wegen Kindererziehung (Elternzeit, Teilzeit), häufiger in Branchen mit niedrigem Entgelt, seltener in Führungspositionen. Kindererziehungszeiten werden mit maximal 3 Jahren pro Kind in der GRV angerechnet (Kindererziehungsjahre = bis zu 3 Entgeltpunkte pro Kind) — das kompensiert die Lücke nur teilweise.
Konkrete Gegenmaßnahmen: (1) Freiwillige Einzahlungen in die GRV während Elternzeit möglich — 100 € Einzahlung bringt ca. 0,53 Entgeltpunkte, also ca. 21 €/Monat lebenslange Rente mehr. (2) Riester-Rente: besonders für Geringverdiener und Eltern lukrativ durch staatliche Zulage (175 €/Jahr Grundzulage + 185 €/Kind). (3) ETF-Sparplan: flexibel, renditeträchtig, kein staatlicher Einfluss. Wichtigste Botschaft: Frühzeitig mit privater Altersvorsorge beginnen — jeder Euro mit 30 ist mehr wert als drei Euro mit 50.
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Häufige Fragen zur Rentenlücke
Wie viele Rentenpunkte brauche ich für eine gute Rente?
Mit 45 Beitragsjahren und Durchschnittsverdienst sammelt man 45 Entgeltpunkte. Bei Rentenwert 40,17 € (Juli 2026): 45 × 40,17 € = 1.808 €/Monat brutto. Das entspricht der sogenannten "Eckrente" und ist der Referenzwert der DRV. Wer überdurchschnittlich verdient, sammelt mehr Punkte; wer unterdurchschnittlich verdient oder Lücken hat, entsprechend weniger. Für realistische Planung: aktuelle Renteninformation der DRV lesen.
Wann bekomme ich die Renteninformation der DRV?
Die DRV schickt die Renteninformation jährlich per Post — an alle Versicherten ab 27 Jahren mit mindestens 5 Beitragsjahren. Wer sie nicht erhalten hat: Online-Abruf über das Rentenportal der DRV unter eservice.deutsche-rentenversicherung.de (nach einmaliger Registrierung). Auf der Renteninformation stehen: bisherige Entgeltpunkte, hochgerechnete Rente bei weiterem Durchschnittsverdienst, und Rente bei Beibehaltung bisheriger Einzahlungen.
Lohnt sich Riester noch 2026?
Riester lohnt sich vor allem für: Geringverdiener (hohe staatliche Förderquote), Personen mit Kindern (185 €/Kind/Jahr Zulage), Beamte (Riester-Kombi mit Beihilfe). Für Gutverdienende mit vielen Beitragsjahren: oft nicht die beste Option. Probleme von Riester: Verrentungspflicht mindestens 30 % des Kapitals, hohe Gebühren bei vielen Anbietern, Anrechnung auf Bürgergeld (schützt nicht vor Grundsicherungsbedürftigkeit). Alternativen: ETF-Sparplan flexibler und oft renditeträchter, rürup (Basis-Rente) für Selbstständige steuerlich attraktiver.
Was ist die gesetzliche Rentenlücke bei Erwerbsminderung?
Wer dauerhaft nicht mehr als 3 Stunden/Tag arbeiten kann, bekommt volle Erwerbsminderungsrente (EM-Rente). Diese berechnet sich nach den tatsächlichen Entgeltpunkten plus Zurechnungszeit bis zum Rentenalter — faktisch als ob man bis 67 weitergearbeitet hätte. Typische EM-Rente: 800–1.400 €/Monat brutto. Für viele deutlich unter dem benötigten Lebensunterhalt. Lösung: private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), die im Ernstfall 60–80 % des Nettoeinkommens absichert.
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