Balkonkraftwerk-Rechner: Ertrag, Eigenverbrauch und Technikroute
Schätzung, Messwerte und Technik-/Registrierungscheck bleiben getrennte Modi.
Wählen Sie Schätzung, Jahresmessung oder Technikcheck. Jeder Modus beantwortet eine andere Frage.
Summe der Nennleistungen aller Module in Wattpeak. Für den Sonderregel-Check zählt die Gesamtleistung hinter derselben Entnahmestelle.
Maximal auswählbare Scheinleistung eines Geräts. Der Rechner multipliziert sie mit der Geräteanzahl; eine reine Softwaredrosselung ändert den Produktwert nicht.
Anzahl der Steckersolargeräte hinter derselben Entnahmestelle. Für 800 VA und 2.000 Wp wird die Summe betrachtet.
Standortbezogener Jahresertrag vor den zusätzlich eingegebenen Systemverlusten. Nicht pauschal aus der Wp-Zahl ableiten.
Gesamter Haushaltsstromverbrauch derselben Jahresperiode. Der Jahreswert allein bestimmt den Eigenverbrauch noch nicht.
Vereinfachte Annahme zur zeitlichen Übereinstimmung von Erzeugung und Verbrauch. Kein Ersatz für Intervallmesswerte.
Tatsächlich gemessene AC-Erzeugung für eine abgeschlossene, klar benannte Periode.
Gemessene Erzeugungsmenge, die im Haushalt verbraucht wurde. Sie muss zur gleichen Periode wie Erzeugung und Export gehören.
Gemessene Einspeisung derselben Periode. Eigenverbrauch plus Export sollte die Erzeugung plausibel erklären.
Dokumentieren Sie die vorgesehene Anschlussart. Der Rechner prüft weder Stromkreis noch Schutztechnik.
Nur mit Ja bestätigen, wenn die erforderliche Produktkonformität für den Haushaltsstecker ausdrücklich dokumentiert ist.
Status der Registrierung im Marktstammdatenregister. Die Auswahl ersetzt keine tatsächliche Registrierung.
Weitere Angaben Optional für genauere oder besondere Fälle3 Bereiche
Ertrag und Verluste 2 Felder
Zusätzliche Verluste neben dem Wechselrichterwirkungsgrad. Nicht erneut ansetzen, wenn sie im eingegebenen Ertragswert bereits enthalten sind.
AC-Wirkungsgrad des Wechselrichters. Nicht noch einmal abziehen, wenn der eingegebene Ertrag bereits auf der AC-Seite gilt.
Kosten und Erlöse 5 Felder
Variabler Arbeitspreis je vermiedener kWh Netzbezug. Grundpreis, Boni und einmalige Gutschriften nicht einrechnen.
Wählen Sie unentgeltliche Abnahme, bestätigte Vergütung oder Nulleinspeisung. Der Rechner unterstellt keinen Exporterlös.
Nur den für die eingespeiste Kilowattstunde bestätigten Tarif eintragen.
Gesamte installierte Anschaffungskosten nach bereits sicher berücksichtigten Zuschüssen.
Wiederkehrende jährliche Kosten, die durch die Anlage zusätzlich entstehen.
Langfristige Wirtschaftlichkeit 6 Felder
Zeitraum der Kapitalwertrechnung. Er ist keine technische Lebensdauerzusage.
Jährlicher Kalkulationszins für zukünftige Zahlungsströme.
Angenommener jährlicher Rückgang von Ertrag oder Nutzen. Nur mit dokumentierter Annahme ändern.
Angenommene jährliche Änderung des vermiedenen Strompreises. Das ist ein Szenario, keine Preisprognose.
Jahr einer optionalen Ersatzinvestition; 0 bedeutet, dass kein Ersatz angesetzt wird.
Kosten der Ersatzinvestition im angegebenen Jahr. Nur zusammen mit einem Ersatzjahr verwenden.
Energie- oder Technikbilanz
- Datengrundlage zuerst wählen — Messwerte, PVGIS-Ergebnis, synchronisierte Zeitreihe und technische Prüffakten werden als getrennte Modi behandelt.
- Quellen und Stichtage nennen — Standortdaten, Datensatz, Abrufdatum, Tarifzeitraum und bestätigte Programme werden nicht still ergänzt.
- Ergebnisgrenze beachten — Die Rechner liefern nachvollziehbare Arithmetik und Routenhinweise, aber keine Montage-, Netzanschluss-, Förder- oder Steuerfreigabe.
Was berechnet ein Balkonkraftwerk-Rechner?
Der Rechner trennt drei Fragen, die bei Steckersolargeräten häufig vermischt werden: den möglichen Jahresertrag, die Aufteilung in Eigenverbrauch und Einspeisung sowie die technische Route für Leistung, Anschluss und Registrierung. Im Schätzmodus werden ausschließlich Ihre Ertrags-, Verbrauchs- und Preisangaben verarbeitet. Im Messmodus werden reale Jahreswerte geprüft. Der Technikmodus zeigt, ob die eingegebenen Leistungswerte rechnerisch innerhalb der Sonderregeln für Steckersolargeräte liegen. Das Ergebnis ist keine Montage- oder Anschlussfreigabe.
Entscheidend ist nicht nur, wie viel Strom die Module erzeugen, sondern wie viel davon zeitgleich im Haushalt genutzt werden kann.
Welche Eingaben bestimmen den Nutzen?
Für eine belastbare Schätzung benötigen Sie einen standortbezogenen Jahresertrag, etwa aus PVGIS oder einem dokumentierten Angebot. Ein pauschaler Ertrag pro Wattpeak wäre bequem, aber unzuverlässig, weil Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Standort stark wirken. Prüfen Sie den Haushaltsbedarf zunächst mit dem Stromverbrauchsrechner. Der Jahresverbrauch allein reicht jedoch nicht: Ein Balkonkraftwerk spart vor allem dann Netzstrom, wenn Grundlast und Erzeugung zeitlich zusammenfallen.
Der vermiedene Strombezug wird mit Ihrem tatsächlichen Arbeitspreis bewertet. Grundpreis, Boni und einmalige Gutschriften gehören nicht in den Kilowattstundenpreis. Der kWh-Preisrechner hilft, einen Rechnungsbetrag in einen vergleichbaren Arbeitspreis zu zerlegen. Wird überschüssiger Strom unentgeltlich abgenommen, setzt der Rechner dafür keinen erfundenen Erlös an. Eine Vergütung wird nur berücksichtigt, wenn Sie das entsprechende Modell und den bestätigten Tarif eingeben.
Für die Wirtschaftlichkeit zählen Anschaffungskosten, laufende Kosten, Betrachtungszeitraum, Degradation und gegebenenfalls Ersatzkosten. Der Stromkostenrechner kann parallel zeigen, wie sich Ihr Netzbezug ohne Anlage entwickelt. Diese Gegenüberstellung ist sinnvoller als eine einzelne Amortisationszahl, denn Strompreis, Nutzungsverhalten und technische Verfügbarkeit können sich während der Laufzeit ändern.
Vom Solarertrag zum jährlichen Nutzen
So rechnet das Werkzeug
Beispiel: 800-Wp-Anlage mit dokumentiertem Referenzertrag
Angenommen werden 800 Wp Modulleistung, 800 VA maximal auswählbare Wechselrichterleistung und ein dokumentierter Bruttoertrag von 1.200 kWh pro Jahr. Bei 10 % weiteren Systemverlusten und 96 % Wechselrichterwirkungsgrad entstehen im Rechenmodell 1.036,8 kWh AC-Erzeugung. Für einen Haushalt mit 3.000 kWh Jahresverbrauch und dem Profil „meist zu Hause“ werden 829,4 kWh Eigenverbrauch und 207,4 kWh Export ausgewiesen.
Bei einem eingegebenen Arbeitspreis von 0,35 Euro je kWh und unentgeltlicher Abnahme des Überschusses ergibt sich ein jährlicher Nutzen von 290,30 Euro. Bei 500 Euro Anschaffungskosten zeigt die reproduzierbare Kontrollrechnung eine einfache Amortisation von rund zwei Jahren. Über 20 Jahre, ohne Preissteigerung und ohne Degradation, beträgt der modellierte Kapitalwert bei 3 % Diskontsatz 3.818,96 Euro.
Dieses Beispiel beweist weder einen realen Standortertrag noch die technische Zulässigkeit. Es zeigt nur, wie die eingegebenen Werte verarbeitet werden. Verschattung, Ausfallzeiten, tatsächliche Lastgänge, Zählerwechsel, Montage und Produktkonformität können das reale Ergebnis verändern.
Welcher Modus passt zu Ihrer Situation?
| Modus | Benötigte Daten | Aussage |
|---|---|---|
| Schätzung | Bruttoertrag, Verbrauch, Lastprofil und Preise | Orientierung zu Energiefluss und Wirtschaftlichkeit |
| Messwerte | Erzeugung, Eigenverbrauch und Export aus Messung | Plausibilitätsprüfung einer abgeschlossenen Periode |
| Technikcheck | Wp, VA, Anzahl Geräte, Anschluss und Registrierung | Rechnerische Route, keine Freigabe |
Ergebnis richtig einordnen und typische Fehler vermeiden
Ein hoher Eigenverbrauchsanteil ist nicht automatisch besser als ein hoher Gesamtertrag. Ein kleines System kann fast alles selbst verbrauchen, aber insgesamt wenig Energie liefern. Umgekehrt kann eine größere Modulleistung mehr Überschuss erzeugen. Entscheidend ist der Euro-Nutzen aus vermiedenem Netzbezug und einem tatsächlich bestätigten Exportmodell.
Mehrere Steckersolargeräte hinter derselben Entnahmestelle werden für die Sonderregeln zusammen betrachtet. Maßgeblich ist die maximal auswählbare Wechselrichterleistung, nicht eine vorübergehende Softwaredrosselung. Der Rechner kennzeichnet Überschreitungen, beurteilt aber weder Leitungsschutz, Steckvorrichtung, Stromkreis noch Montage.
Verwenden Sie für eine Nachkontrolle Werte aus demselben Zeitraum. Erzeugung, Eigenverbrauch, Einspeisung und Haushaltsverbrauch müssen zueinander passen. Werden Jahreswerte aus verschiedenen Abrechnungsperioden kombiniert, kann selbst eine mathematisch korrekte Rechnung irreführend sein.
Häufige Fragen zum Balkonkraftwerk
Sind 800 VA dasselbe wie 800 Wp?
Nein. Wp beschreibt die installierte Modulleistung unter Standardbedingungen, VA die maximal auswählbare Wechselrichterleistung. Beide Grenzen werden getrennt geprüft.
Kann der Rechner meinen realen Jahresertrag vorhersagen?
Nein. Er verarbeitet einen von Ihnen eingegebenen standortbezogenen Ertrag. Verschattung, Ausrichtung und Wetterdaten müssen aus einer geeigneten Quelle stammen.
Ist eingespeister Strom immer vergütet?
Nein. Im vereinfachten Standardfall kann unentgeltliche Abnahme vorliegen. Eine Vergütung wird nur mit bestätigtem Modell und Tarif gerechnet.
Ersetzt der Technikcheck eine Elektrofachkraft?
Nein. Stromkreis, Schutztechnik, Anschlussart und Montage werden nicht technisch freigegeben.
Quellen und Grundlagen
Die Bundesnetzagentur erläutert die allgemeinen Pflichten für Solaranlagen und die Registrierung im Marktstammdatenregister.
Bundesnetzagentur: Solaranlagen und MaStRFür die EEG-Sonderregeln von Steckersolargeräten gelten insgesamt höchstens 2.000 W Modulleistung und 800 VA Wechselrichterleistung hinter derselben Entnahmestelle.
Bundesnetzagentur: SteckersolargeräteDer Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin dient als Methodenbenchmark für zeitabhängige Energieflüsse und Eigenverbrauch.
HTW Berlin: Stecker-Solar-SimulatorPVGIS stellt standortbezogene Photovoltaik-Ertragsdaten bereit. Der FlinkRechner führt selbst keine Live-Abfrage durch.
EU JRC: PVGISDie Verbraucherzentrale beschreibt Auswahl, Betrieb und praktische Grenzen von Steckersolargeräten.
Verbraucherzentrale: Steckersolar